Haarausfall bei Tieren

Haarausfall bei Tieren, was tun?

Plötzlich ist es überall – Tierhaar auf dem Boden, auf Möbeln und auf der Kleidung. Besonders zum Wechsel der Jahreszeiten ist Haarausfall bei Tieren durchaus ein vertrauter Anblick für Halter von Haustieren. Doch wann ist Haarausfall normal, welche Ursachen hat das Haaren und wie sollte man richtig mit dem Haarausfall des Tieres umgehen?

Die Ursachen- Woher der Haarausfall kommt

Haarausfall, in der Fachwelt Alopezie genannt, ist ein Phänomen, das als biologischer Vorgang im Wechsel der Jahreszeiten auftritt. Der jahreszeitliche Wechsel ist eine natürliche Haarausfall-Ursache, bei dem das dichte Winterfell dem dünner behaarten Sommerfell weicht, um den Wärmehaushalt zu regulieren. Dies kann über mehrere Wochen dauern. Die Lebensdauer eines Tierhaares ist wie bei uns Menschen begrenzt, sodass die Haare irgendwann ausfallen und durch neue Haare ersetzt werden. Neben dem biologischen Vorgang kann allerdings auch eine Erkrankung des Tieres hinter dem Haarausfall stecken. Nimmt die Dichte des Tierhaares rapide ab und dünnt das Fell sichtbar stark aus, was vorkommt, wenn die Haare schneller ausfallen als neue nachwachsen, werden vollständig kahle Stellen sichtbar. Pilzerkrankungen der Haut und andere Infektionen sowie der Befall von Parasiten wie Milben oder Flöhe sind dabei mögliche Ursachen. Auch ein übermäßiges Lecken, das in der Fachwelt als Leck-Alopezie bezeichnet wird und bei Stress, Langeweile oder Nervosität vorkommen kann, kann zu Haarausfall führen. Hat Ihr Tier eine Allergie gegen Einstreu fällt das Haar häufig auch aus. Eine Allergie gegen das Futtermittel kann auch mit einer falsche Ernährung einhergehen. Handelsübliches Futter ist meist ausgewogener als selbst gekochtes Futter. Es muss darauf geachtet werden, dass es zu keiner Über- oder Unterversorgung mit Vitaminen und Mineralien kommt. Fieber und Juckreiz sowie Verletzungen und Entzündungen sind ebenfalls mögliche Ursachen von Haarausfall. Des Weiteren können allgemeiner Stress sowie Hormon- und Stoffwechselstörungen wie beispielsweise eine Schilddrüsen-Überfunktion oder Nierenerkrankung bei einer Katze zum Haarausfall führen. Haarausfall kann auch durch Autoimmunkrankheiten oder Nebenwirkungen von Medikamenten hervorgerufen werden.

Die Symptome – So deuten Sie die ersten Anzeichen von Haarausfall und Haarverlust richtig

Treten die vom Haarausfall betroffenen Stellen kreisrund am Bauch oder an anderen Stellen auf, was auf nervöses Lecken und Kratzen zurückzuführen ist, so können diese Stellen Symptome der Erkrankung sein. Auch im Umkreis von Entzündungen und Wunden kann Haarausfall auftreten.

Die Diagnose – Ein Gang zum Tierarzt hilft, die Haarausfall-Ursache zu finden

Ein Besuch beim Tiermediziner sollte immer dann in Erwägung gezogen werden, wenn der Haarausfall deutlich stark vom natürlichen Haarausfall zum jahreszeitlichen Wechsel abweicht. Manchmal können harmlose Ursachen hinter dem Haarausfall stecken, doch genauso gut kann der Haarausfall durch ernsthafte Erkrankungen hervorgerufen werden. Der Tierarzt wird Sie zunächst nach der Haltung sowie des Futters des Tieres fragen und ob eventuell auch weitere Tiere aus der näheren Umgebung befallen sind. Nach einer körperlichen Untersuchung mit Abtasten wird die Haut in einer dermatologischen Untersuchung gründlich untersucht und dabei auf Anzeichen geröteter Haut geachtet, die ein Symptom für eine Entzündung sein kann. Um die Haut mikroskopisch genau untersuchen zu können, kann der Tierarzt ein Hautgeschabsel durchführen. Dabei wird eine Hautprobe an der betroffenen Hautstelle zum Übergang zu gesunder Haut mit einem kleinen Skalpell entnommen und unter dem Mikroskop untersucht, um herauszufinden, ob die Haut mit Parasiten oder von Pilzen befallen ist. Des Weiteren kann auch eine Fellprobe untersucht werden, um die Haarstruktur zu beurteilen und eventuell nachweisen zu können, ob Haare abgebrochen sind oder ob das Tier sich das Haar selbst ausgerissen hat. Außerdem kann es vorkommen, dass eine Blutprobe genommen wird. Die Blutwerte können sich bei Trächtigkeit, die häufig im Zusammenhang mit Haarausfall steht, oder Stress verändern. Bei Verdacht auf Würmer als mögliche Ursache von Haarausfall kann auch eine Kotuntersuchung sinnvoll sein. Alles in allem wird der Tierarzt versuchen, alle möglichen Facetten der Ursachen von Haarausfall abzudecken, um dem Haarausfall auf den Grund zu gehen, eine fachgerechte Diagnose zu stellen und das Tier optimal darauf abgestimmt zu behandeln.

Die Therapie- So beugen Sie dem Haarausfall vor

Der Tierarzt kann Ihnen Hilfestellung zur artgerechten Haltung und richtigen Fütterung geben, um Haarausfall des Tierfells vorzubeugen. Reagiert Ihr Tier allergisch auf Futter oder Einstreu, ist es wichtig, Sorten auf Verträglichkeit zu testen. Bei Fellfressen aus Langeweile hilft oftmals, sich häufig mit dem Tier zu befassen und ihm ausreichend Auslauf zu geben. Eine regelmäßig durchgeführte Fellpflege kann dem Haarausfall ebenfalls deutlich vorbeugen. Hierbei kann von Ihnen ein Gesundheitscheck durchgeführt werden, indem Sie auf kleine Verletzungen, Ektoparasiten oder Knoten in der Unterhaut achten. Beim Bürsten des Fells werden nicht nur lose Haare und Verfilzungen von Ihnen heraus gebürstet, sondern auch die Haut massiert und dadurch gut durchblutet, sodass die Talgdrüsen des Tieres angeregt werden und neues schützendes Haar produziert wird.

Um optimale Unterstützung bezüglich des Fellverlustes zu geben, sollten Sie sich mit den Ursachen auskennen und mögliche Symptome von Haarausfall frühzeitig erkennen können. Bei ernsthaften Erkrankungen kann durch eine fachgerechte Diagnose und anschließende Therapie des Haarausfalls Ihrem Tier geholfen werden. Zeigen Sie als Tierhalter Verantwortung und helfen Sie, den störenden Fellverlust zu reduzieren.

VN:F [1.9.22_1171]
Rating: 0.0/5 (0 votes cast)

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *


2 × eight =

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>